Integrität und Compliance

Kultur der Integrität

Integrität ist einer unserer vier Unternehmenswerte, die das Fundament für unsere Geschäftsaktivitäten bilden. Wir sind der Überzeugung, dass anständiges Wirtschaften uns dauerhaft erfolgreich macht und der Gesellschaft zugute kommt. Als weltweit tätiges Unternehmen übernehmen wir Verantwortung und wollen, was die ethische Unternehmensführung betrifft, Vorreiter sein. Ihre Weiterentwicklung und Verstetigung ist deshalb auch Bestandteil der Zielvereinbarung für die Vorstandsvergütung. Eine grundsätzliche Richtschnur für unsere Geschäftsstätigkeit stellen die zehn Prinzipien des UN Global Compact dar, dem wir als Gründungsteilnehmer und Teilnehmer der LEAD-Gruppe besonders verbunden sind.

Um die Kultur der Integrität in unserem Unternehmen zu fördern, stehen wir mit vielfältigen Maßnahmen im Dialog mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der regelmäßige Austausch zu Fragen der Integrität ist selbstverständlicher Bestandteil unseres Arbeitsalltags.

Zentrales Ergebnis dieses Dialogs ist unsere Richtlinie für integres Verhalten. Sie basiert auf einem gemeinsam mit unserer Belegschaft erarbeiteten Werteverständnis und legt die Grundsätze unseres Handelns im Geschäftsalltag fest, wie etwa Fairness, Verantwortung, gegenseitiger Respekt, Transparenz, Offenheit und die Achtung von Gesetzen und Rechten. Die konzernweit gültige Richtlinie steht in 22 Sprachen zur Verfügung. Unterstützung bei der Anwendung in konkreten Alltagssituationen bietet eine Orientierungshilfe, die auf die am häufigsten gestellten Fragen eingeht. Zusätzlich beantwortet ein Expertenteam Fragen zur Richtlinie.

Kommunikation und Training. Im September 2014 haben wir das Online-Spiel »Monster Mission« eingeführt. Es sensibilisiert unsere Beschäftigten für die Inhalte der Richtlinie für integres Verhalten. Im Spiel werden typische Entscheidungssituationen aus dem Geschäftsalltag erlebbar; diese laden dazu ein, sich mit konkreten Fragen des integren Handelns auseinanderzusetzen. Das Spiel ist allen Mitarbeitern weltweit über das Intranet und Extranet zugänglich. Die Richtlinie für integres Verhalten bildet auch die Grundlage für unser Schulungsangebot zu Integrität und Compliance. Je nach Risiko und Zielgruppe nutzen wir Präsenzschulungen und webbasierte Trainings. Damit verankern wir integres und regelkonformes Verhalten nachhaltig im Unternehmen.

Im Jahr 2013 haben wir ein webbasiertes Training zu unserem gemeinsamen Werteverständnis und unseren Verhaltensgrundsätzen für mehr als 100.000 Beschäftigte konzernweit ausgerollt. Weitere knapp 40.000 Beschäftigte unterschiedlicher Hierarchieebenen absolvierten 2014 ein umfassendes webbasiertes Training zu Integrität, Compliance und Recht.

Führungskräfte als Vorbild. Unsere Richtlinie für integres Verhalten definiert auch die Erwartungen an unsere Führungskräfte. Ihnen kommt durch ihre Vorbildrolle eine besondere Verantwortung für die Integritätskultur bei Daimler zu. In allen Seminaren zur Qualifizierung neuer Manager sind Module zu Integrität enthalten. Außerdem sind Integrität und Compliance wichtige Kriterien in der jährlichen Zielvereinbarung und bei der Zielerreichung unserer Führungskräfte.

Blick von außen durch einen Beirat. Der im September 2012 ins Leben gerufene »Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung« mit externen Experten aus unterschiedlichen Bereichen begleitet den Integritätsprozess bei Daimler kritisch-konstruktiv. Er hat sich auch 2014 zu drei regulären Sitzungen getroffen, um sich mit Vertretern unseres Unternehmens zu aktuellen Themen auszutauschen.

Fachlicher Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg. Im Jahr 2014 haben wir zwei Fachtagungen ausgerichtet, um den gesellschaftlichen Dialog zu wichtigen Integritätsthemen voranzutreiben. Verschiedene Stakeholder-Gruppen kamen unter fachlicher Leitung des Konzerndatenschutzes zur Datenschutz-Fachtagung »Automobil auf der Datenautobahn« zusammen. Die geladenen Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Behörden, Verbänden und Medien diskutierten mit den Referenten und Vertretern von Daimler die vielfältigen Aspekte des Datenschutzes und regten dazu an, den Dialog fortzusetzen. Bei der Fachtagung Sponsoring tauschten sich Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Sport mit Experten unseres Unternehmens darüber aus, was verantwortungsvolles Sponsoring ausmacht.

Vielfach wurden wir auf unsere Compliance-Erfahrungen angesprochen. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit der Daimler Compliance Akademie ein Praxisseminar zu Compliance anzubieten. Das erste Seminar fand im April 2014 in Deutschland statt. Während sich bisherige externe Schulungsprogramme allein an Geschäftspartner und Lieferanten richteten, veranstalten wir mit der Akademie erstmalig ein Seminar für Compliance-Praktiker aus Unternehmen aller Branchen. Ziel des Seminars ist es auch, eine Plattform für den Erfahrungsaustausch über Compliance-Trends und-Herausforderungen zu schaffen.

Compliance

Compliance ist ein unverzichtbarer Teil der Integritätskultur bei Daimler. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns an alle relevanten Gesetze, freiwilligen Selbstverpflichtungen und internen Regelungen halten sowie nach ethischen Grundsätzen handeln. Oberste Priorität hat für uns, alle geltenden Anti-Korruptionsvorschriften einzuhalten sowie einen fairen Wettbewerb zu wahren und zu fördern. Dies haben wir in unserer Richtlinie für integres Verhalten verbindlich festgeschrieben. Integrität und Compliance möchten wir nachhaltig als feste Bestandteile in unserer Wertschöpfungskette verankern.

Compliance Management System (CMS) als Fundament. Unser CMS ist an nationalen und internationalen Standards ausgerichtet und unterstützt uns dabei, regelkonformes Verhalten in unserem Tagesgeschäft sicherzustellen. Wir überprüfen die Wirksamkeit des Systems kontinuierlich, auch durch unsere interne Revision, und passen es an weltweite Entwicklungen, veränderte Risiken sowie neue rechtliche Anforderungen an. Damit verbessern wir kontinuierlich seine Effizienz und Effektivität. So haben wir 2014 neue Prozesse zur Prüfung und Beachtung internationaler Sanktionen entwickelt und die Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Güterhandel und zur Vermeidung von Terrorismusfinanzierung erweitert.

Analyse von Compliance-Risiken. Auch 2014 haben wir wieder eine systematische Risikoanalyse aller Geschäftseinheiten vorgenommen. Dabei wurden sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren beurteilt – etwa das jeweilige Geschäftsmodell, relevante Umfeldbedingungen sowie die Art der Vertragspartnerbeziehungen. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Basis für die Risikosteuerung. Gemeinsam mit den Geschäftseinheiten definieren wir Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten liegt dabei auf Vertriebsgesellschaften in Hochrisikoländern. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Maßnahmen und die Aufsichtspflicht obliegen dem jeweiligen Management, das dabei eng mit dem Bereich Group Compliance zusammenarbeitet.

Stärkung der weltweiten Strukturen. Unsere Compliance-Organisation ist divisional ausgerichtet. Diese Struktur hat sich bewährt und erlaubt eine effektive Unterstützung und Beratung der Geschäftsfelder. Dafür steht jeweils ein divisionaler oder regionaler Compliance-Beauftragter zur Verfügung. Zusätzlich achten weltweit lokale Compliance-Ansprechpartner darauf, dass unsere Standards eingehalten werden. Die Unabhängigkeit der divisionalen oder regionalen Compliance-Beauftragten gegenüber den Geschäftsfeldern gewährleisten wir durch die direkte Berichtslinie an den Chief Compliance Officer. Dieser berichtet direkt an das Mitglied des Vorstands für Integrität und Recht sowie an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Um die Compliance-Mitarbeiter bei den sich immer wieder ergebenden rechtlichen und regulatorischen Änderungen zu unterstützen, stellen wir spezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Zudem erhalten alle neuen Compliance-Mitarbeiter eine umfassende Einführung in einem Compliance-Praxisseminar.

Hinweisgebersystem. Unser Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) nutzen wir als wertvolle Erkenntnisquelle für mögliche Risiken und konkrete Regelverstöße. Es ist deshalb ein wichtiges Instrument guter Unternehmensführung und dient auch dazu, Schaden von unserem Unternehmen abzuwenden.

Unser Hinweisgebersystem nimmt Hinweise auf Fehlverhalten sowohl von Beschäftigten als auch von Externen weltweit, rund um die Uhr, über verschiedene Meldewege und – sofern lokal rechtlich zulässig – auch anonym entgegen. Voraussetzung für die Akzeptanz des Systems ist, dass es fair ausgestaltet ist, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt und Hinweisgeber wie Betroffene gleichermaßen schützt. Diese Kriterien haben wir 2013 in einer weltweit gültigen Konzernrichtlinie festgeschrieben. In Deutschland haben wir seit 1. Februar 2012 zusätzlich die Funktion des Neutralen Mittlers eingerichtet, die durch eine unabhängige Rechtsanwältin besetzt ist. Der Mittler nimmt ebenfalls Hinweise auf Regelverstöße entgegen und ist aufgrund seiner anwaltlichen Schweigepflicht zur Vertraulichkeit verpflichtet.

Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern. Integres und regelkonformes Verhalten unserer Geschäftspartner ist für uns eine unabdingbare Voraussetzung für vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei der Auswahl unserer direkten Geschäftspartner achten wir darauf, dass sie Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Unseren Geschäftspartnern bieten wir je nach Risiko zielgruppenorientierte Trainingsmaßnahmen an. Außerdem haben wir unsere Erwartungen in der Broschüre »Anständige Geschäfte. Unsere gemeinsame Verantwortung.« formuliert. Wir behalten uns vor, die Zusammenarbeit zu beenden, wenn Geschäftspartner unsere Standards unterlaufen.

Kartellrecht

Unser konzernweites, an nationalen und internationalen Standards ausgerichtetes Antitrust-Compliance-Programm unterstützt uns dabei, die Einhaltung der kartellrechtlichen Bestimmungen in unseren Geschäftstätigkeiten sicherzustellen. Anhand der Beurteilung qualitativer und quantitativer Faktoren analysieren wir systematisch die kartellrechtlichen Risiken aller unserer Geschäftseinheiten. Die Ergebnisse dieser Anlayse bilden die Basis für unsere Risikosteuerung und die Definition der Maßnahmen, um etwaigen kartellrechtlichen Risiken zu begegnen.

Mit einem Schulungsangebot und Trainings sowie schriftlichen Ratgebern und Praxishilfen unterstützen wir unsere Mitarbeiter, kartellrechtlich kritische Stiuationen zu erkennen und sich im Tagesgeschäft regelkonform zu verhalten. Mit kartellrechtlichen Fragen können sich unsere Beschäftigten darüber hinaus jederzeit an eine eigens vom Rechtsbereich eingerichtete Beratungshotline wenden.

Unser Antitrust-Compliance-Programm definiert einen verbindlichen Daimler-Standard, wie wettbewerbsrechtliche Fragen intern zu beurteilen sind. Dabei orientieren wir uns insbesondere an den strengen Maßstäben der europäischen Kartellbehörden und Gerichte. Unser Standard ist die Grundlage für eine effektive Umsetzung des Programms und ermöglicht es uns, geleitet und unterstützt durch unseren Rechtsbereich, konzernweit ein einheitliches Compliance- und Beratungsniveau sicherzustellen. Wir überprüfen unser Antitrust-Compliance-Programm fortlaufend, um es kontinuierlich an weltweite Entwicklungen, neue rechtliche Anforderungen und veränderte Risiken anzupassen und seine Effektivität stetig zu verbessern.