Automobilmärkte

Die weiterhin nur moderate weltwirtschaftliche Dynamik machte sich im Gesamtjahr 2014 auch mit einem geringeren Zuwachs der globalen Pkw-Nachfrage bemerkbar. Bei beträchtlichen regionalen Unterschieden übertraf der weltweite Markt das Vorjahresniveau nur um rund 3,5 % und damit etwas weniger deutlich als von uns ursprünglich erwartet. (Vgl. Abbildung B.06)

Daimler GB2014 B.06 Automobilmaerkte weltweit

Die höchsten Beiträge zum globalen Absatzwachstum steuerten im zurückliegenden Jahr erneut der chinesische und der US-amerikanische Pkw-Markt bei. In China stieg die Nachfrage um rund 10 %, sodass der Markt mit einer Größenordnung von 18 Mio. verkauften Autos seine Stellung als weltgrößter Absatzmarkt ausbauen konnte. Ähnlich positiv entwickelten sich die Verkaufszahlen in den USA. Die dortige Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen legte um knapp 6 % auf rund 16,4 Mio. Einheiten zu – ein Marktniveau, das zuletzt vor der großen Finanzkrise im Jahr 2006 erreicht worden war.

Nach mehreren Jahren mit teilweise deutlich rückläufigen Märkten hat die Pkw-Nachfrage in Westeuropa im Jahr 2014 erstmals wieder zugelegt und damit positiv zum weltweiten Anstieg beigetragen. In Summe lag die Nachfrage nahezu 5 % über dem Vorjahresniveau, wobei die Entwicklung der Einzelmärkte eine beachtliche Bandbreite aufwies. Vormalige Krisenländer wie Spanien und Portugal zeigten deutliche Erholungstendenzen und verzeichneten zweistellige Zuwächse. Am anderen Ende der Skala standen die Niederlande mit einem Rückgang von rund 7 %. Unter den Kernmärkten entwickelte sich Großbritannien mit einem Anstieg von mehr als 9 % erneut besonders erfreulich. Deutschland und Italien übertrafen das jeweilige Vorjahresniveau moderat, während der französische Markt stagnierte.

In Japan entwickelten sich die Verkäufe besser als zu Jahresbeginn erwartet und fielen trotz der Mehrwertsteuererhöhung etwas höher aus als im vorangegangenen Jahr. Die großen Schwellenländer waren mit Ausnahme von China aufgrund der teilweise ausgeprägten Konjunkturschwäche von schwierigen Marktbedingungen geprägt. Am günstigsten war noch die Entwicklung in Indien, wo sich die Nachfrage seit Jahresmitte etwas lebhafter zeigte und insgesamt das Vorjahresniveau leicht übertraf. Dagegen waren die Märkte in Brasilien und Russland deutlich rückläufig.

Die geringe volkswirtschaftliche Dynamik belastete mit wenigen Ausnahmen auch die weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw. Weltweit schrumpfte der Markt im zurückliegenden Geschäftsjahr um rund 5 %.

Deutlich abkoppeln von diesem Trend konnte sich allerdings der wichtige nordamerikanische Markt. Dank einer guten Konjunkturentwicklung vor allem in den USA legte die Nachfrage in den Gewichtsklassen 6-8 um rund 13 % zu. Erfreulich entwickelte sich auch der japanische Markt, wo sich die Nachfrage nach leichten, mittleren und schweren Lkw von der Mehrwertsteuererhöhung unbeeindruckt zeigte und das Vorjahresniveau um rund 17 % übertraf. Dagegen lag der für FUSO größte Absatzmarkt Indonesien mehr als 15 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Im europäischen Markt bewegte sich die Nachfrage nach mittleren und schweren Lkw deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus. Der negative Effekt neuer Emissionsvorschriften (Euro VI) sowie die weiterhin relativ angespannte volkswirtschaftliche Lage sorgten insgesamt für einen Marktrückgang von etwa 8 %. Ebenfalls stark unter Druck stand der Markt in Brasilien. Aufgrund der ausgeprägten konjunkturellen Schwäche sowie der ungünstigeren Finanzierungsbedingungen im Rahmen des staatlichen FINAME-Programms ging die Nachfrage um rund 10 % zurück.

In Indien hingegen stabilisierte sich der Markt im Jahresverlauf und verfehlte das Vorjahresniveau insgesamt nur leicht, nachdem die Vorjahre von deutlich zweistelligen Verlusten gekennzeichnet waren. Drastisch fiel dagegen der Nachfragerückgang in Russland aus. Die dortige Konjunkturkrise ließ den Lkw-Markt nach aktuellen Schätzungen um mehr als 20 % einbrechen. Der weltgrößte Absatzmarkt China war zum einen durch die kontrollierte Abkühlung des Wirtschaftswachstums, zum anderen durch regulatorische Maßnahmen beeinflusst. Insgesamt lag die Nachfrage deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der ursprünglich erwartete Vorzieheffekt vor der Einführung strengerer Abgasnormen im Januar 2015 blieb weitgehend aus.

Nach zwei Jahren mit rückläufigen Märkten legte die Transporternachfrage in Westeuropa im Jahr 2014 erstmals wieder zu. Dabei erhöhte sich das Marktvolumen für mittelgroße und große Transporter um 6 %. Bei den kleinen Transportern erhöhte sich die Nachfrage ebenfalls um 6 %. Insbesondere in den südeuropäischen Ländern haben sich die Märkte deutlich erholt. Auch der US-Markt für große Transporter legte deutlich zu, und auch in China war in dem von uns adressierten Marktsegment ein Anstieg zu verzeichnen. Aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen war der Markt für große Transporter in Lateinamerika hingegen stark rückläufig.

Bei den Bussen erreichte der westeuropäische Markt das bereits schwache Vorjahresniveau nicht. In Deutschland wurde das Reisebussegment durch das wachsende Fernliniengeschäft positiv beeinflusst. In Osteuropa lag die Nachfrage hingegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Hierzu hat vor allem der von uns erwartete Marktrückgang in der Türkei beigetragen. Bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Brasilien und Argentinien blieb auch der lateinamerikanische Markt merklich unter dem Volumen des Vorjahres.