Weltwirtschaft

Im Berichtsjahr konnte die Weltwirtschaft mit einem realen Wachstum von 2,7 % die von uns gehegten Hoffnungen auf eine spürbarere Beschleunigung nicht erfüllen; sie expandierte wie in den beiden Vorjahren erneut unterhalb des langfristigen Trends. (Vgl. Abbildung B.05) Ursächlich für diese Entwicklung waren dabei vor allem die anhaltende Nachfrageschwäche in der europäischen Währungsunion sowie die schwierige konjunkturelle Lage in einigen wichtigen Schwellenländern. Die globalen Finanzmärkte waren im Jahresverlauf von erheblichen Kursschwankungen geprägt. Dies gilt auch für die Rohstoffpreise, die jedoch in der zweiten Jahreshälfte merklich zurückgingen, allen voran die Rohölpreise.

Daimler GB2014 B.05 Wirtschaftswachstum

Die Volkswirtschaften der Industrieländer haben im Vergleich zum Vorjahr ein wenig an Dynamik zugelegt. Zusammengenommen ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieser Länder um rund 1,7 % gestiegen. Besonders erfreulich war dabei der dynamische Konjunkturverlauf in den USA. Dort erzielte die Wirtschaft nach dem witterungsbedingten Rückgang vom ersten Quartal Zuwächse deutlich über 3 %. Ohne den negativen Basiseffekt des ersten Quartals hätte hier das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Jahr 2014 über den erreichten rund 2,5 % gelegen. In Japan war das Konjunkturmuster des Berichtsjahres durch die markante Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Beginn des zweiten Quartals und die damit verbundenen Vorzieheffekte geprägt. Insgesamt war dort ein Wachstum von weniger als einem halben Prozent zu verzeichnen.

Während die Konjunktur gerade in den angelsächsischen Volkswirtschaften recht robust war – auch die britische Wirtschaft wies mit 2,6 % ein dynamisches Wachstum auf, fiel die Europäische Währungsunion im Vergleich deutlich zurück. Insgesamt konnte zwar die Rezession des Vorjahres überwunden werden, aber das Wachstum erreichte nicht einmal 1 %. Besonders belastend erwiesen sich dabei die konjunkturelle Schwäche in den größeren Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien sowie die Tatsache, dass auch die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte kaum noch Impulse beisteuern konnte. Eher erfreulich entwickelten sich dagegen die letztjährigen Rezessionsländer wie Spanien, Irland oder Portugal. Angesichts der anhaltenden Deflationssorgen sowie der schwachen Kreditvergabe forcierte die Europäische Zentralbank im Jahresverlauf ihre expansiven Maßnahmen.

Im Gegensatz zu den Industrieländern ging das gesamtwirtschaftliche Wachstumstempo der Schwellenländer im Berichtsjahr erneut zurück. Es lag bei nur noch rund 4 % und wurde zudem von teilweise markanten Währungsabwertungen und anziehenden Inflationsraten begleitet. Während die konjunkturelle Abschwächung in China auf eine Zuwachsrate von 7,4 % im Zuge der Umstrukturierung der Wirtschaft noch den Erwartungen entsprach, enttäuschte vor allem die ökonomische Entwicklung in Volkswirtschaften wie Brasilien, Argentinien, Südafrika oder Russland. Im Fall Russlands beeinträchtigten der Konflikt mit der Ukraine und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen sowie der drastische Verfall der Ölpreise die Wirtschaft zusätzlich.

In diesem weltwirtschaftlichen Umfeld waren die Wechselkurse teilweise sehr volatil. So pendelte der Kurs des US-Dollar zum Euro im Jahresverlauf zwischen Werten von 1,21 bis 1,40. Zum Jahresende war der Euro mit 1,21 US-$ knapp 12 % schwächer als ein Jahr zuvor. Erneut recht ausgeprägt war die Schwankungsbreite des japanischen Yen gegenüber dem Euro mit einem Korridor von 134 bis 150. Hier lag der Wert des Euro gegenüber dem Yen zum Jahresende nahezu auf dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem britischen Pfund schloss der Euro bei etwas weniger volatilem Verlauf zum Jahresende mit einer Abwertung von knapp 7 %. Während der Euro im Jahresverlauf gegenüber dem russischen Rubel um 55 % an Wert gewann, war er gegenüber dem brasilianischen Real bei hoher unterjähriger Volatilität zum Jahresende etwas schwächer (-1%) als ein Jahr zuvor.