Weltwirtschaft

Zum Jahresanfang 2015 befindet sich die Weltwirtschaft auf einem moderaten Wachstumskurs. Wie im Vorjahr wird der Aufwärtstrend vermutlich vor allem von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften getragen. Für die Schwellenländer wird dagegen insgesamt keine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate erwartet.

Ein wesentlicher Beitrag zum globalen Wachstum dürfte erneut von der US-amerikanischen Volkswirtschaft kommen. Die Perspektiven für den privaten Konsum und die Investitionen sind dort angesichts der erfreulichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt sowie der anziehenden Industrieproduktion sehr günstig. Wenn es im Jahresverlauf nicht zu finanzpolitischen Friktionen kommt, ist in den USA ein Wachstum von rund 3 % erreichbar.

Deutlich weniger günstig sind die konjunkturellen Aussichten dagegen für Japan. Auch wenn die ursprünglich für den Herbst geplante zweite Stufe der Mehrwertsteuererhöhung verschoben wurde, liegen die Wachstumserwartungen hier nur bei rund 1 %.

Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion (EWU) hat zum Jahresbeginn 2015 nicht nennenswert an Dynamik gewonnen. Die Bremswirkung der schwachen Kreditvergabe, anhaltende Deflationssorgen und die fortwährenden Unsicherheiten rund um den Ukraine-Konflikt sind dafür noch zu stark ausgeprägt. Hinzu kommen die erheblichen Strukturprobleme großer Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien sowie die weiterhin vorhandene Verschuldungsproblematik. So liegt es vor allem an niedrigen Rohölpreisen, dem deutlich schwächeren Euro, anhaltend günstigen Refinanzierungsbedingungen und einer ausgesprochen expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, dass immerhin ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von rund 1 % erzielt werden sollte. Die deutsche Wirtschaft sollte sich dabei voraussichtlich etwas besser entwickeln als der Durchschnitt der EWU.

Von zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft ist nach wie vor die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Hier bleibt es wichtig, dass die strukturell notwendige Verlangsamung der Konjunktur weiterhin kontrolliert verläuft. Mit einem Wachstum zwischen 6,5 % und 7 % würde China zwar weniger zulegen als im Vorjahr, aber immer noch den größten Einzelbeitrag zum globalen Wachstum beisteuern. Für andere wichtige Schwellenländer werden mit Ausnahme des asiatischen Wirtschaftsraums nur bescheidene Verbesserungen erwartet. So bleiben vor allem in Südamerika und Osteuropa die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven eher gedämpft. Ein Sonderfall ist in diesem Kontext die russische Wirtschaft, für die sich die ökonomischen Rahmenbedingungen zum Jahreswechsel 2014/2015 so stark verschlechtert haben, dass inzwischen die Mehrzahl der Analysten für 2015 eine markante Rezession ansetzt.

Insgesamt könnte sich für die Weltwirtschaft im Jahr 2015 ein Zuwachs von rund 3 % ergeben.

In Bezug auf die für unser Geschäft wichtigen Währungen erwarten wir für das Jahr 2015 weiterhin stark schwankende Wechselkursrelationen. Dabei rechnen wir im Vergleich zu den Durchschnittskursen des Jahres 2014 (US-$/€: 1,33; GBP/€: 0,81) mit einer Aufwertung des US-Dollars, während das britische Pfund gegenüber dem Euro weitgehend stabil bleiben dürfte. Für den japanischen Yen (Durchschnitt 2014: 140 Yen/€) und die für uns bedeutsamen Wechselkurse verschiedener Schwellenländer gehen wir von einer erhöhten Volatilität aus.

Um die Risiken abzusichern, die sich aus den weiterhin sehr volatilen Wechselkursen für unser Geschäft ergeben, nehmen wir Sicherungsgeschäfte vor, soweit dies für die einzelnen Währungen wirtschaftlich sinnvoll ist. Für das Jahr 2015 haben wir Stand Mitte Februar mehr als 70 % der Wechselkursrisiken abgesichert.