Vermögenslage

B.34

Verkürzte Konzernbilanz      
  31.12.2014 31.12.2013 14/13
in Millionen €     Veränderung in %
       
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte 9.367 9.388  -0
Sachanlagen 23.182 21.779  +6
Vermietete Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen 94.729 78.930  +20
At-equity bewertete Finanzinvestitionen 2.294 3.432 -33
Vorräte 20.864 17.349  +20
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.634 7.803  +11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.667 11.053 -13
Verzinsliche Wertpapiere 6.634 7.066 -6
Übrige finanzielle Vermögenswerte 5.987 6.241 -4
Sonstige Vermögenswerte 8.277 5.477  +51
Summe Aktiva 189.635 168.518  +13
       
Passiva      
Eigenkapital 44.584 43.363  +3
Rückstellungen 28.393 23.098  +23
Finanzierungsverbindlichkeiten 86.689 77.738  +12
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.178 9.086  +12
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 10.706 8.276  +29
Sonstige Schulden 9.085 6.957  +31
Summe Passiva 189.635 168.518  +13

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2013 von 168,5 Mrd. € auf 189,6 Mrd. € an; währungsbereinigt ist ein Anstieg von 14,0 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfallen 105,5 (i. V. 89,4) Mrd. € auf Daimler Financial Services; dies entspricht 56 (i.V. 53) % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern.

Die Ausweitung der Bilanzsumme ist überwiegend auf das gewachsene Finanzdienstleistungsgeschäft, die höheren Vorratsbestände sowie die gestiegenen sonstigen Vermögenswerte zurückzuführen. Auf der Passivseite sind insbesondere höhere Finanzierungsverbindlichkeiten, Rückstellungen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten zu verzeichnen. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme lag mit 41 % (i. V. 42%) auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme beträgt wie im Vorjahr 35 %.

Daimler GB2014 B.35 Bilanzstruktur Daimler Konzern

Die Immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 9,4 Mrd. € beinhalten 7,2 (i. V. 7,3) Mrd. € aktivierte Entwicklungskosten und unverändert 0,7 Mrd. € Geschäftswerte. Von den Entwicklungskosten entfiel ein Anteil von 69 % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und ein Anteil von 22 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Die im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungskosten lagen bei 1,1 (i. V. 1,3) Mrd. € und entsprechen einem Anteil von 20,2% (i. V. 23,4 %) an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns.

Die Investitionen in Sachanlagen lagen über den Abschreibungen; damit stiegen die Sachanlagen auf 23,2 (i. V. 21,8) Mrd. €. Im Jahr 2014 wurden weltweit 4,8 (i.V. 5,0) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montage-standorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen in Höhe von 3,1 (i. V. 3,2) Mrd. €.

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich auf insgesamt 94,7 (i. V. 78,9) Mrd. €. Der Zuwachs war insbesondere durch das gestiegene Neugeschäft bei Daimler Financial Services bedingt. Darüber hinaus sind im Anstieg Effekte aus der Währungsumrechnung von 5,0 Mrd. € enthalten. Das Wachstum spiegelt den erfolgreichen Geschäftsverlauf insbesondere in den USA wider. Überproportionale Zuwächse waren auch im Absatzfinanzierungsgeschäft in China und anderen asiatischen Ländern sowie in der Türkei zu verzeichnen. In Europa stieg das Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft um 11 %. Der Anteil an der Bilanzsumme lag mit 50% über dem Vorjahresniveau (47 %).

Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen in Höhe von 2,3 (i. V. 3,4) Mrd. € umfassen vor allem die Buchwerte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co., Ltd. und BAIC Motor Corporation Ltd. im Pkw-Bereich sowie Beijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd. und Kamaz OAO im Lkw-Geschäft. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Verkauf des 50 %-Anteils an RRPSH an die Rolls-Royce Holdings plc im dritten Quartal 2014.

Die Vorräte stiegen von 17,3 Mrd. € auf 20,9 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme beträgt 11 % (i. V. 10 %). Der wechselkursbereinigte Anstieg von 2,9 Mrd. € ist unter anderem auf die Einführung neuer Modelle und eine höhere Variantenvielfalt sowie auf die erwartete positive Absatzentwicklung zurückzuführen. Dies führte im Wesentlichen in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks zu einem Anstieg der Fertigen und Unfertigen Erzeugnisse in Deutschland, China und in den USA.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 0,8 Mrd. € auf 8,6 Mrd. € an. 45 % der Forderungen entfielen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 32 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mrd. € auf 9,7 Mrd. € zurückgegangen. Der wechselkursbereinigte Rückgang belief sich auf 1,7 Mrd. €.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren wurde gegenüber dem 31. Dezember 2013 von 7,1 Mrd. € auf 6,6 Mrd. € reduziert. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen grundsätzlich ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte gingen von 6,2 Mrd. € auf 6,0 Mrd. € zurück. Sie bestehen vor allem aus den Beteiligungen an Renault und Nissan, aus derivativen Finanzinstrumenten sowie Krediten und sonstigen Forderungen an Dritte.

Die Sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 8,3 (i. V. 5,5) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuererstattungsansprüche. Der Anstieg der latenten Steuern betrifft im Wesentlichen die ergebnisneutralen Effekte aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 von 43,4 Mrd. € auf 44,6 Mrd. €. Das den Aktionären zustehende Eigenkapital stieg auf 43,7 (i. V. 42,7) Mrd. €. Das Konzernergebnis in Höhe von 7,3 Mrd. € (vgl. Gewinn- und Verlustrechnung) und positive Effekte aus der Währungsumrechnung von 1,8 Mrd. € haben zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt. Die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2013 an die Aktionäre der Daimler AG von 2,4 Mrd. €, die in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen (3,7 Mrd. €) und die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente (1,9 Mrd. €) haben dagegen das Eigenkapital gemindert. Im Verhältnis zum Anstieg des Eigenkapitals von 3% stieg die Bilanzsumme mit 13% überproportional. In Folge der oben genannten Effekte lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 22,1 % unter dem Niveau des Vorjahres (24,3 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 40,8 (i. V. 43,4) %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Eigenkapitalquoten 2013 und 2014 um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung bereinigt sind.

Die Rückstellungen sind auf 28,4 (i. V. 23,1) Mrd. € gestiegen; der Anteil an der Bilanzsumme lag mit 15 (i.V. 14) % über dem Vorjahresniveau. Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 12,8 (i. V. 9,9) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pensionsverpflichtungen von 30,1 (i. V. 23,2) Mrd. € und dem Marktwert der Fondsvermögen zur Finanzierung dieser Verpflichtungen von 18,6 (i. V. 14,7) Mrd. € enthalten. Der Rückgang der Abzinsungsfaktoren vor allem für die inländischen Pläne von 3,4 % zum 31. Dezember 2013 auf 1,9 % zum 31. Dezember 2014 führte zu einer Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen. Dieser Effekt wurde durch die außerordentliche Dotierung der inländischen Planvermögen von 2,5 Mrd. € teilweise kompensiert. Darüber hinaus bein-halten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Ertragsteuern von 1,6 (i. V. 1,3) Mrd. € sowie für Produktgarantien von 5,0 (i. V. 4,7) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 3,9 (i. V. 3,2) Mrd. € und für übrige Rückstellungen von 5,0 (i. V. 4,0) Mrd. €. Die Veränderung der übrigen Rückstellungen beinhaltet mit 0,6 Mrd. € eine Zuführung für Kartellverfahren der EU-Kommission bei europäischen Nutzfahrzeugherstellern.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 86,7 Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres (77,7 Mrd. €). Neben Effekten aus der Währungsumrechnung von 3,4 Mrd. € ist der Anstieg im Wesentlichen auf die Refinanzierung des wachsenden Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts zurückzuführen. Von den Finanzierungsverbindlichkeiten entfallen 50% auf Anleihen, 26 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 13% auf Einlagen aus dem Direktbankgeschäft sowie 7 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahreswert aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens auf 10,2 (i. V. 9,1) Mrd. € erhöht. 61 % der Verbindlichkeiten entfallen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 26 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen bei 10,7 (i. V. 8,3) Mrd. €. Sie umfassen vor allem die Verbindlichkeiten aus derivaten Finanzinstrumenten, Restwertgarantien, Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten, erhaltene Kautionen sowie Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung. Der wechselkursbereinigte Anstieg (1,6 Mrd. €) ist im Wesentlichen auf die derivativen Finanzinstrumente zurückzuführen.

Die Sonstigen Schulden in Höhe von 9,1 (i. V. 7,0) Mrd. € beinhalten hauptsächlich Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerverbindlichkeiten und latente Steuern. In der Veränderung sind insbesondere um 1,4 Mrd. € höhere Rechnungsabgrenzungsposten enthalten.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögenswerten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns können der Konzernbilanz, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals sowie den jeweiligen Erläuterungen im Konzernanhang entnommen werden.

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